dr. jan pospisil
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Wintersemester 2006/2007

Grundkurs Internationale Politik (C4)
Hegemonie und Gouvernementalität in der Internationalen Politik
Universität Wien, Institut für Politikwissenschaften
(Lehrveranstaltung ist abgeschlossen)

 

Inhalt
Das Ende des Kalten Krieges brachte als eine Konsequenz auf wissenschaftlicher Ebene die Krise der traditionellen theoretischen Ansätze der Internationalen Beziehungen mit sich. Neben der Neuausrichtung dieser Ansätze hat dies auch zur Erprobung neuer Zugänge geführt, deren Anwendung zwar in den Sozialwissenschaften üblich, in der Disziplin der Internationalen Beziehungen bislang aber praktisch unbekannt war.
Zwei dieser Ansätze sollen im Rahmen der LV vertieft erarbeitet und in der Anwendung erprobt werden:
- die von Robert Cox und Stephen Gill vorgeschlagene Verwendung eines sich auf Antonio Gramsci berufenden Hegemonie-Begriffs auf Ebene der internationalen Politik, sowie
- die Anwendung des von Michel Foucault stammenden Konzeptes der Rationalität gouvernementalen Regierens auf die Internationalen Beziehungen, wie sie derzeit vor allem anhand des Begriffes Global Governmentality diskutiert wird.
Beide Ansätze bilden wesentliche Alternativen in der Suche nach einer herrschaftskritischen Ausrichtung der Internationalen Beziehungen, da sie die Geschlossenheit und den Ökonomismus klassischer marxistischer Zugänge oder der Weltsystem-Ansätze durchbrechen.