dr. jan pospisil
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Wintersemester 2007/2008
Grundkurs Internationale Politik (C4)
Kritische Theorien in den Internationalen Beziehungen
Universität Wien, Institut für Politikwissenschaften, Sa. 15:00-16:30, Hs. 1 (A212)
(Lehrveranstaltung ist abgeschlossen)
Inhalt
Das Ende des Kalten Krieges brachte als eine Konsequenz auf wissenschaftlicher Ebene die Krise der traditionellen theoretischen Ansätze der Internationalen Beziehungen mit sich. Neben der Neuausrichtung dieser Ansätze hat dies auch zur Erprobung neuer Zugänge geführt, deren Anwendung zwar in den Sozialwissenschaften üblich, in der Disziplin der Internationalen Beziehungen bislang aber praktisch unbekannt war.
Aufbauend auf einer vertieften Aufarbeitung von zwei schon in den 1970er Jahren entstandenen vom Mainstream der IB abweichenden Zugängen, den Weltsystemansätzen (verbunden mit dem Namen Immanuel Wallerstein) und der Hinterfragung der Staatsorientierung der traditionellen IB im State-in-Society-Approach von Joel Migdal sollen zwei dieser Ansätze sollen im Rahmen der LV vertieft erarbeitet und in der Anwendung erprobt werden:
- die von Robert Cox und Stephen Gill vorgeschlagene Verwendung eines sich auf Antonio Gramsci berufenden Hegemonie-Begriffs auf Ebene der internationalen Politik, sowie
- die Anwendung des von Michel Foucault stammenden Konzeptes der Rationalität gouvernementalen Regierens auf die Internationalen Beziehungen, wie sie derzeit vor allem anhand des Begriffes Global Governmentality diskutiert wird.
Beide Ansätze bilden wesentliche Alternativen in der Suche nach einer herrschaftskritischen Ausrichtung der Internationalen Beziehungen, da sie die Geschlossenheit und den Ökonomismus klassischer marxistischer Zugänge oder der Weltsystem-Ansätze durchbrechen.
Leistungsvoraussetzungen
Neben regelmäßiger Anwesenheit (nach Richtlinie des Institutes maximal zwei Abwesenheiten) und Beteiligung an den Diskussionen hat jede/r Teilnehmer/in eine mündliche und eine schriftliche Leistung abzuliefern.
Als mündliche Leistungen gelten: Gruppenreferat, Impulsreferat zu den Textdiskussionen
Als schriftliche Leistung ist eine Arbeit im Umfang von 30.000 Zeichen, die als Einzel- oder Gruppenarbeit abgeliefert werden kann (für Gruppenarbeiten gilt der Umfang pro beteiligter Person, wobei die jeweils erarbeitenden Teile auszuweisen sind - trotzdem ist eine einheitliche Arbeit abzuliefern).
Programm
13.10.2007 |
Allg. Einführung, Wiederholung Theorien d. Int. Beziehungen |
20.10.2007 |
Vorstellung der zu behandelnden Ansätze - REFERATSVERGABE |
27.10.2007 |
Termin entfällt - Verschiebung aufgrund Raummangel nicht möglich |
3.11.2007 |
Weltsystemtheorien, Einführung und Textdiskussion |
10.11.2007 |
Referate Weltsystemtheorie |
17.11.2007 |
State-in-Society-Approach, Einführung und Textdiskussion (Migdal 2001) |
24.11.2007 |
Referate State-in-Society-Approach |
1.12.2007 |
Konstruktivistische Ansätze in den IB (Textdiskussion Wendt) |
8.12.2007 |
VORLESUNGSFREI |
15.12.2007 |
Neo-Gramscianische Ansätze, Einführung und Textdiskussion (Cox 1983, Gill 1993) |
12.1.2008 |
Referate Neo-Gramscianische Ansätze |
19.1.2008 |
Gouvernementalität in den IB, Einführung und Textdiskussion (Dillon 1995, Duffield 2005) |
26.1.2008 |
Referate Gouvernementalität, Schlussdiskussion |
Textdiskussionen
Die zu diskutierenden Schlüsseltexte werden in Impulsreferaten (max. 15min/Text) vorgestellt und dann im Plenum diskutiert.
Referatsblöcke
Die Anwendungen beiden vorgestellten theoretischen Ansätze sollen an konkreten Problemstellungen aus verschiedenen Bereichen der Internationalen Beziehungen (wie Sicherheitspolitik, Entwicklungspolitik, Global Governance) trainiert werden. Dazu werden Gruppenreferate (max. Referatszeit pro Gruppe 30min.) erarbeitet, die auch als Vorbereitung der schriftlichen Arbeit dienen soll.